Es ist das Duell der beiden besten Rückrunden-Mannschaften. Am Donnerstag (Anpfiff 20.30 Uhr) gastiert der SV Darmstadt 98 bei Arminia Bielefeld.Die Ostwestfalen stehen seit Montag als erste Aufsteiger in die Bundesliga fest. Die Lilien haben noch eine rechnerische Chance aufzusteigen – wenn auch nicht mehr aus eigener Kraft. Und Trainer Dimitrios Grammozis glaubt nicht, dass seine Mannschaft in Bielefeld etwas geschenkt bekommen wird. „Uwe Neuhaus wird die richtigen Worte finden, dass sich die Mannschaft auf das Spiel fokussiert“, sagte er über den Bielefelder Coach.
Neuhaus und Grammozis – zwei alte Bekannte
Grammozis war einst Spieler unter Neuhaus. Das war in der Saison 2006/07 bei Rot-Weiss Essen. Die damalige Zweitliga-Saison war jedoch für beide Seiten alles andere als erfreulich. Neuhaus musste schon im Herbst den Verein verlassen. Zuvor hatte Grammozis seinen Stammplatz verloren. In der Spielzeit kam er nur auf acht Liga-Einsätze, Essen stieg ab und Grammozis zog weiter nach Griechenland.
Man kenne und schätze sich, sagt Grammozis heute. Neuhaus habe viele Jahre in der 2. Liga verschiedene Mannschaften sehr positiv entwickelt. „Deswegen freue ich mich, dass er sich jetzt mit diesem Aufstieg belohnt hat.“
Dass Bielefeld diese Saison vorne stehe, verwundere ihn nicht. Dass die Lilien bislang so eine gute Rückrunde gespielt haben, freue ihn dagegen umso mehr. „Wir hatten im Sommer einen Umbruch. Entwicklung bedeutet, dass es ab und zu ein bisschen hakt“, sagte er mit Blick auf die durchwachsene Hinrunde.
Doch Mannschaft und Trainerteam hätten an den Weg geglaubt, eine der erfolgreichsten Rückrunden des Vereins gespielt und sich zuletzt auch mit vielen Toren belohnt. „Das ist ein großes Kompliment an die Spieler. Das sollte man nicht vergessen, dass das nicht alltäglich und nicht normal für Darmstadt ist.“
Die Personalien beim SV Darmstadt 98
- Tobias Kempe und Mathias Honsak sind angeschlagen. Nach den letzten Trainingseindrücken sollte über einen Einsatz entschieden werden.
- Dario Dumic steht nach seiner Gelb-Sperre wieder zur Verfügung. Welche Auswirkungen das auf die Aufstellung gegen Bielefeld hat, ließ Grammozis offen. „Überraschung sollte man sich aufrechterhalten“, sagte er.
- Viel Lob gab es für die Dreierkette mit Patrick Herrmann, Nicolai Rapp und Patric Pfeiffer, die gegen Hannover so erstmals gespielt hatte. „Für mich war es wichtig zu sehen, wie die Jungs das mit der Grundformation machen“, sagte der Coach. „Die Prinzipien sind zwar die gleichen wie in der Viererkette, aber es macht doch einen Unterschied wie die Mannschaft insgesamt verteidigt.“
- Dass gegen Hannover der 18 Jahre alte Ensar Arslan erstmals auf der Bank saß und damit den Vorzug vor erfahrenen Offensivspielern wie Marvin Mehlem, Erich Berko oder Ognjen Ozegovic erhielt, war für Grammozis Folge der Trainingsleistungen des Youngsters. „Ensar hat sich das zu 100 Prozent erarbeitet. Wir haben ihn nicht mitgenommen, um etwas zu experimentieren. Er hat uns in der letzten Zeit wirklich überzeugt. Wer sich anbietet, bekommt auch die Belohnung, mit im Kader zu sein.“
- Insgesamt habe man einen großen Kader und könne taktisch wie personell nahezu aus dem Vollen schöpfen. Er habe schon mehrfach betont, dass es dabei auch Härtefälle gebe. „Wir werden eine gute Mannschaft zusammenbekommen“, sagte Grammozis.
- Über seine eigene Zukunft nach dem Vertragsende in zwei Wochen wollte er nicht sprechen. Er sei zu sehr fokussiert auf die letzten drei Spiele. „Ich habe einfach Bock, noch mal mit dieser Mannschaft alles rauszuholen“, sagte Grammozis. „Wir möchten einen positiven Abschluss haben.“
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- Fussball 2. Bundesliga, SV Darmstadt 98 – SpVgg Greuther Fuerth: Foto: Florian Ulrich/Jan Huebner/Pool